Archiv für die ‘Gedankengänge’ Kategorie

Macht es uns doch etwas einfacher…

Tuesday, December 22nd, 2009

Das Web spaltet sich in zwei Lager. Auf der einen Seite stehen die Designer. Bis an die Zähne bewaffnet mit Photoshop, Illustrator, Flash und jeder Menge Kreativität treten sie an. Auf der anderen Seite rüsten die Programmierer zum Kampf. Anfangs nur mit einigen Scriptsprachen und Browserdifferenzen ausgestattet, wurde das Reportuare nach und nach um jede Menge Frameworks erweitert.

Doch diese fiesen Designer lassen sich immer was neues einfallen, um uns Programmierern Steine in den Weg zu werfen. Dabei könnte die Zusammenarbeit doch so einfach sein. Vielleicht sind folgende Punkte ja eine Anregung für den einen oder anderen Designer, der hier vorbeischaut und ab und an mal Ärger mit dem Programmierer seines Vertrauens hat. (more…)

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Erinnerungen

Friday, September 4th, 2009

Als Kind war mir der normale Spielplatz nebenan meistens zu langweilig. Es gab aber auch so viele viel spannendere Orte in der Nähe. Zum Beispiel eine kleines Wäldchen, das wir liebevoll die “Wildnis” nannten. Da lief ein kleiner Bach durch, den wir regelmäßig mit irgendwelchen Brettern verstopften, da war eine Brücke, die nur noch aus den Stahlträgern bestand und da war man abgeschieden von der erwachsenen Welt und konnte somit tun und lassen, was man wollte. Dieses Wäldchen existiert leider nicht mehr. Statt dessen ist der Grund für eine neue Straße geschaffen worden.

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Der Tag, an dem das Internet starb

Wednesday, June 17th, 2009

Sag mal, Papa, wie war das so, als man noch jede Website besuchen durfte, die es gab?

Wir schreiben das Jahr 2021. Die Menschheit ist bis ins letzte vernetzt und hochtechnologisiert. Jeder Mensch ist direkt und überall mit jedem anderen Mensch auf der Welt in Verbindung. Die Krankenversicherungen erhalten in Echtzeit Gesundheitsdaten von jedem Versichertem. Risikofälle können so sofort erkannt und behandelt werden.
Arbeitgeber verfolgen ihr Mitarbeiter per Echtzeitüberwachung auf Schritt und Tritt um Fehlverhalten direkt unterbinden zu können.
Doch die wohl mächtigste Institution zu dieser Zeit ist der Bundestag. Dieser kann jeden Bürger überwachen. Standort, Tätigkeit, Kleidung, Gespräche, Internetnutzung und so weiter können per Klick auf einem Monitor mitgelesen werden. Alles im Namen der Sicherheit natürlich.

Und all das begann mit dem ersten Bruch des Grundgesetzes, der direkt durch den Bundestag beschlossen wurde. Am 18. Juni 2009 hat der Bundestag beschlossen den Artikel 20 des Grundgesetzes zu umgehen. Es sollte eine Liste mit Internetseiten eingeführt werden, die für Internetbenutzer gesperrt sind. Die Liste ist geheim und soll angeblich nur Internetseiten mit Kinderpornografie enthalten. Doch kein Gericht bestimmt, welche Seiten auf diese Liste gesetzt werden, sondern Ermittler der Landeskriminalämter. Damit wurde die Gewaltenteilung umgangen. Im selben Jahr noch wurden weitere Arten von Internetseiten gesperrt. Seiten, die brutale Computerspiele beinhalten, bewerben oder in einer anderen Form darstellen waren als erstes betroffen. Anschließend Seiten, die die Regierung in irgendeiner Form kritisieren oder Widerstand gegen eben diese zeigen. 2011 verschwanden Seiten mit allgemeinen pornografischen und erotischen Inhalten. Zum ersten mal wurde hierfür weder ein Gesetzt erlassen, noch wurde die Öffentlichkeit vorher darüber informiert.
Seit 2015 gibt es keine Liste mit gesperrten Seiten mehr. Nur noch eine Liste mit erlaubten Seiten, da es mittlerweile mehr gesperrte Internetseiten gibt, als zugängliche.

Tja, mein Sohn… Das waren noch Zeiten. Das Netz wurde von Leuten regiert, die sich damit auskannten. Man konnte tun und lassen, was mann wollte. Jeder hatte das Recht seine Meinung zu äußern und die Meinung anderer einzusehen. Und man durfte das Netz auch zum Spielen benutzen.
Und warum habt ihr zugelassen, dass es soweit kommt?
Wir hätten es nicht verhindern können. Über 130.000 Menschen haben ihren Widerstand offen gezeigt. Doch kein Politiker hat sich darum gekümmert. Unsere Meinung hat einfach nicht gezählt.

In der Tat wurde im Jahr 2009 – als man online noch seine Meinung vertreten durfte – eine Onlinepetition gestartet, die sich gegen die Internetsperre aussprach. Leider schien die Meinung von 130.000 Menschen nicht zu zählen. Politiker, die keine Ahnung vom Internet – ja nicht mal von Computern – hatten, beschlossen, dass ihr Wille geschehe. Zu dem Zeitpunkt glaubte ein naiver Großteil der Bevölkerung noch, dass das geplante Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie diente, so dass es zu kaum weiteren Widerstand kam.
Doch weder half es gegen die Kinderpornografie, noch war dies das eigentliche Ziel der Internetsperre, die man ohnehin mit ein paar wenigen Klicks umgehen konnte.

Naja, da kann man wohl nichts machen. Ich geh wieder spielen.
Mach das. Und vergiss nicht dein Gesicht immer offen zu haben, damit die Kameras dich erkenn können!
Gedankenversunken schaut Max seinem Sohn hinterher, bevor er in den Keller geht, einen alten Rechner hochfährt und sich in einen längst vergessenen Chatroom einloggt.

"Hey Leute! Hat jemand nen aktuellen Kinofilm, den er mir schicken könnte? Thx..."

Carsten Ruhr

P.S.: Ich schreibe diese kleine Geschichte, weil morgen (am 18. Juni 2009) beschlossen wird, dass Seiten mit Kinderpornos blockiert werden. Dabei wird allerdings die Möglichkeit geschaffen auch andere Inhalte zu sperren und den Zugriff zu protokollieren. Hier nicht mehr von einer Zensur zu sprechen ist äußerst blauäugig.

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Und ich mache es doch…

Wednesday, February 25th, 2009

Meine Einstellung in Sachen Programmierung ist eigentlich recht strikt.
So wenig Hilfsmittel und vorgefertigte Sachen wie möglich benutzen und statt dessen lieber alles selber machen. Ich bin einer Art Programmiererromantik verfallen, die wohl kaum einer nachvollziehen kann. Klar – wieso soll man auch alles selber machen, wenn es alles schon im Internet umsonst zum Download gibt? Wieso zur Hölle sollte man das Rad nochmal erfinden?
Ich wollte das Rad ja nicht neu erfinden. Nur selber nachbauen. Ein wenig mühselig, aber man kann stolz auf seine Arbeit sein. Nur leider ist es so, dass sich “Frameworks” (Brrrr… Da läufts mir kalt den Rücken runter) durchgesetzt und verbreitet haben. Geht man die Stellenanzeigen der Webdesignagenturen für Programmierer durch, sieht man, dass Frameworks im Beruf des Webprogrammierers unerlässlich sind. Anscheinend sind diese Teile zu einer Grundvoraussetzung geworden, damit das Web existieren kann.
Überall liest man nur noch über MooTools, Symfony oder JQuery. Naja wie das bei Webtechnologien halt so ist.

jquery-logoAlso habe ich heute den Entschluss gefasst mich in ein JavaScript-Framework einzuarbeiten. Zur Auswahl stehen “Dojo“, “Script.aculo.us“, “Mootools” und “jQuery“. Ich habe mich ein wenig informiert und werde mich zunächst auf jQuery stürzen, da hier wohl die Dokumentation sehr ausgereift sein muss und die Möglichkeiten sehr vielfältig sein müssen.

Mit der Entscheidung, mich in ein Framework einzuarbeiten, geht gleichzeitig einher, dass ich mein eigenes CMS (das ich in letzter Zeit ein wenig vernachlässigt habe) wohl komplett neu anfange und einiges Ajaxifizieren werde.

Ob ich mich zusätzlich noch in ein PHP-Framework wie Zend oder Symfony einarbeite kann ich zur Zeit noch nicht sagen, da diese mich noch ein wenig mehr abstoßen. PHP ist nämlich meine derzeitige Lieblingssprache. Und die Verunstaltung durch ein Framework wäre wohl das Aus für diesen Status…

MfG, der Dac…

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Leben 2.0

Friday, January 30th, 2009

War das vor ein paar Jahren nicht schön? Man saß zu Hause vor dem Rechner, hat einfach nur ein Killerspiel gespielt, nahm an Diskussionrunden in Foren teil, oder chattete ein wenig. Das grandiose dabei: Man kannte sich nicht und lernte sich in den meisten Fällen auch nie kennen. Man versteckte sich hinter einem – extra für das Internet geschaffenem – Pseudonym (Neudeutsch: “Nickname” oder “Nick”) und schuf so eine künstliche Person, die meistens aber nichts mit dem Verfasser gemeinsam hatte. Schlicht: Das Internet konnte Anonymität garantieren.

logo_youtube1Doch dann geschah etwas. Es ward das Web 2.0. Internet zum mit- und selbermachen und natürlich auch zum mitnehmen (neudeutsch: “mobile web”). Dienste, die unbegrenzte Unterhaltung versprechen schossen wie Pilze aus den Boden.
Portale, in denen man die eigenen Videos hochladen und der ganzen Welt vorführen kann. Und das ganze sogar kostenlos. Man muss sich nur mit seinen persönlichen Daten registrieren und los geht es.
logo_studivzCommunitys, die Netzwerke von Studenten bilden. Kostenlos. Registrierung natürlich vorausgesetzt.
Das selbe Konzept gibt es natürlich auch für Schüler, Musiker oder Unternehmer. Alles kostenlos. Da registriert man sich doch gerne.
Virtuelle Tagebücher (neudeutsch: “Blogs”) und virtuelle Kleinsttagebücher (neudeutsch: logo_facebook“Mikroblog”), mit deren Hilfe man der ganzen Welt erzählen kann, was man erlebt und gemacht hat, oder was man grade macht. Oder sogar was man plant zu tun. Oder niemals tun würde. Klar, dass das kostenlos ist. Das Registrieren für diese Dienste erledigt man sowieso schon im Schlaf.

Doch das, was einst den Reiz des Internet ausmachte (Anonymität) schlägt ins krasse Gegenteil um. Man zeigt im Internet einfach alles von sich. Fotos, Videos, Erlebnisse und aktuelle Tätigkeiten. Und das teilt man mit der ganzen Welt. Warum auch nicht. Schließlich kennt mich im Internet ja keiner. logo_wordpress
Ganz im Gegenteil. Wenn man einfach alles von sich preisgibt, dann wird man auch gekannt. Hinzu kommt, dass man sich gar nicht mehr aussuchen kann, wer einen kennt. Ist es jetzt der Arbeitgeber, der intime Einsichten in mein Privatleben bekommt oder ein pädophiler Triebtäter, der sich auf dem Profil von minderjährigen Internetexibitionisten rumtreibt?

Leider macht sich da niemand kaum jemand Gedanken – geschweige denn Sorgen – drum. Schließlich bietet das neue Leben im Internet ja auch so viele Annehmlichkeiten. Man kann sich so einfach die Langeweile logo_twitter1vertreiben. Videos gucken, lustige Texte lesen oder Bilder gucken. Außerdem wird man (wenn man es richtig macht) von allen Seiten bestätigt und kann im besten Fall sogar Geld mit seinem Internetleben verdienen.

Achja, wer jetzt denkt, ich sei ein Gegner des virtuellen Lebens liegt einigermaßen falsch. Ich benutze selber so gut wie jeden Service, den mir das “neue Internet” anbietet. Allerdings eher passiv als aktiv. Und schon gar nicht als Ersatz für logo_myspacemein wirkliches Leben. Alles in Allem führe ich drei Blogs, habe Profile bei mySpace, facebook und studiVZ, stelle Videos bei YouTube rein und zwitschere auch noch ab und an ein wenig bei Twitter rum.

In diesem Sinne: Man sieht, hört, liest sich. Und wenn nicht lernt man sich bestimmt kennen. Auf Knopfdruck natürlich.

MfG, der Dac…

P.S.: Ja, dieser Text ist durchaus selbstkritisch gemeint und verallgemeinert vielleicht ein bisschen. Andererseits habe ich nichtmal die extremen Auswüchse dieser neuen Kultur erläutert, denen man manchmal begegnet. Von MMORPGs wie WoW, mal ganz zu schweigen

P.P.S.: Ihr dürft mich gerne als Freund bei mySpace hinzufügen oder bei Twitter verfolgen:
- mySpace: myspace.com/dacxp
- twitter: twitter.com/dacxp
Paradox? Japp!

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